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Auf dem richtigen Weg – Pferdetrekking in der Wildnis Kanadas

Magazin-Artikel von
Pferdetrekking in der Wildnis Kanadas: Es ist stockdunkel. Noch ist der Mond nicht aufgegangen. Nur die Sterne tauchen die Landschaft in ein silbernes Licht. Im Pyjama stehe ich neben Lightfoot und Rusty und rede mit ruhiger Stimme auf die beiden ein. Mein Herz klopft wild. Lightfoot stösst ein scharfes, bedrohliches Schnauben aus und zerrt nervös am Führstrick. Ich umklammere diesen noch fester. Die Pferde dürfen jetzt nicht abhauen. Rusty macht einige mutige Schritte nach vorne, springt dann aber erschrocken zurück und versteckt sich hinter seinem Kumpel. Ich habe ihm noch kein Halfter angelegt, doch jetzt wage ich es nicht, mich zu bewegen. Keine 100 Meter vor uns ziehen zwei grosse, dunkle Schatten über die Wiese. Sie kommen direkt auf uns zu. Hilflos stehe ich da, in einer Hand den Führstrick, in der anderen den Pfefferspray, und komme mir lächerlich vor. Was soll ich mit einem Pfefferspray bei zwei Grizzlybären? Leni liegt im Zelt und schläft. Ich schicke ein Stossgebet zum Himmel, dass meine kleine Hündin nicht aufwacht. Sie würde es sofort mit den Bären aufnehmen, und sie hätte keine Chance. Lightfoot zittert am ganzen Körper. Auch mir schlottern die Knie. Wäre doch Günter jetzt hier, denke ich, doch eigentlich würde das gar nichts ändern. Für die Bä ...