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Auf heiligen Pfaden in Israel und Palästina – Hopfen auf Gott

Magazin-Artikel von
Nils Straatmann ist aufgebrochen, um den Weg Jesu nachzuwandern. Er fand eine Kultur, eine Region, die viel mehr ist als das, was wir in den Schlagzeilen erfahren. Auf der Kuppe eines karg bebauten Hügels im palästinensischen Niemandsland reckt sich ein Kirchturm in die Luft. Das Weiss des Kalksteins hebt sich strahlend gegen das Blau des Himmels ab, die Glocken läuten, bald ist Messe. Zwei Nonnen huschen über den Hof. Sie kommen aus dem «Haus der Parabeln», dem Nachbau einer antiken Hütte, die den Gleichnissen Jesu gewidmet ist. Taybeh, mit antikem Namen Ephraim, gilt als das älteste christliche Dorf Palästinas. Auf den Strassen erzählt man sich, die Ahnen seien noch vom Heiland persönlich missioniert worden. Ein paar Hundert Meter den Hügel hinunter steht Madees Khoury in einer imposanten Industriehalle und grinst. Anfang 30, dunkle Augen, fester Händedruck. Ihr schwarzes, schulterlanges Haar so kräftig wie ihre Schultern. Neben ihr rattern Bierflaschen über ein Laufband. «Taybeh Brewing Company» steht auf dem Etikett. «Im Grunde führen wir die Arbeit Jesu fort», sagt Madees, greift eine der Flaschen und öffnet sie in einer fliessenden Bewegung. «Wir bringen die Menschen zusammen und machen sie glücklich.» Dann reicht sie mir die Flasche. Roadtrip Seit ...