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Die Freiheit des Reisens – Die Unfreiheit der Flucht

Laut einer App, die ich installiert habe, komme ich mittlerweile auf über 50 Länder und über 430 Städte (Stand: September 2015) - damit habe ich bislang 36 Prozent der Welt bereist. Ich bin mir ziemlich sicher: Das ist jetzt schon mehr, als die meisten Menschen auf dieser Welt jemals sehen werden. Und wahrscheinlich auch sehen können. Denn sie haben nicht die Freiheit, mit einem Pass überall dorthin reisen zu können, wo sie gerne hin möchten. Sie haben auch nicht das Geld, um sich solche Reisen zu leisten. Für uns Deutsche hingegen gibt es fast kein Limit. Wir haben die Chance, überall dorthin zu gehen, fahren und fliegen, wo wir hin möchten. In vielen anderen Ländern ist ein Pass keine Selbstverständlichkeit - und Reisen schon gar nicht. Vor einer Schule in Laos. Foto: Wolfgang Bürkle Ich weiß noch, wie wir versuchten, Freunde von unserem YMCA-Partnerverein in Ghana nach Deutschland einzuladen. Natürlich nur für ein paar Tage. Erst mussten sie sich vor Ort Pässe besorgen (dauert lang, kostet viel, ein bisschen Bestechung vielleicht dabei), dann mussten wir hochoffiziell eine Einladung schriftlich formulieren und diese bei der Botschaft einreichen, damit sicher ist, dass wir für unsere Freunde bürgen und notfalls auch finanziell für diese gerade stehen ...