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Die Pilger-Hunde vom Konpira-san

1.368 Stufen, schreibt der Reiseführer, erwarten mich, wenn ich den Berg Zōzu bis zum inneren Heiligtum des Kotohira-gū-Schreins in der kleinen Stadt Kotohira erklimmen möchte. Der Besuch an Shikokus wichtigstem shintō-Schrein soll das Highlight meiner Reise werden, doch gleichzeitig bekomme ich nur vom Gedanken an die vielen Treppen schwache Beine. Circa eineinhalb Stunden reine Gehzeit bergauf machen den im Volksmund genannten Konpira-san seit Jahrhunderten zu einer beliebten und zugleich anstrengenden Pilgerstätte. Wer früher gesundheitlich nicht auf der Höhe war oder schlichtweg die Anstrengung scheute, konnte sich dennoch behelfen und seine Aufwartung machen, in dem er oder sie einen Stellvertreter schickte. In Form eines Hundes. Der Kotohira-gū-Schrein Vermutlich wurde der Kotohira-gū bereits im 1. Jahrhundert errichtet. Er schmiegt sich an die Hänge des Berg Zōzu und bietet einen traumhaften Blick über die Landschaft, an klaren Tagen bis hin zur Seto-Inlandsee. Lange Zeit vermischten sich hier wie fast überall in Japan shintoistische und buddhistische Elemente. Die über Jahrhunderte hinweg verehrte Hauptgottheit „Ō-mono-nushi no mikoto“ – Zuständig für die Seefahrt – war im Buddhismus als „Konpira“ bekannt. So erklären sich auch zum ...